Elke Waldner


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Den Stress im Kopf abbauen

Stress wirkt sich auf den Körper aus, aber er entsteht im Kopf. Ängste, Sorgen und Erwartungen machen uns das Leben schwer. Deshalb beginnt eine gezielte Stressbewältigung im Kopf, schreibt Dieter Grabbe in seinem Buch "MoveRelax".
"Raus aus dem Kopf und rein in den Körper" heißt der einfache Wellnesstipp des Buchautors. Man müsse mit seinem Körper Freundschaft schließen und trotz seiner Unvollkommenheit uneingeschränkt Ja zu sich selbst sagen können. Den Speck wegzutrainieren sei zwar ein wichtiges Fitnessziel, doch noch wichtiger sei es, zum eigenen Körper zu stehen. Für ein verbessertes Körpergefühl empfiehlt der Autor Atem-, Entspannungs- und Dehnübungen.
"Hör auf deinen Körper" lautet der zweite Tipp zu einem besseren Lebensgefühl. Man sollte auf seine eigenen Bedürfnisse achten und diese auch erfüllen - egal ob man eine Pause oder mehr Bewegung braucht. Die Signale des eigenen Körpers sollte man nicht missachten, denn das wirke sich negativ auf die Gesundheit aus. Auch sollte man nicht warten, bis er sich in Krisenzeiten von selbst meldet. Wer seinem Körper jetzt die nötige Beachtung schenke, werde viel entspannter durchs Leben gehen, meint der Autor.

(Quelle: APA, Kleine Zeitung Kärnten, 19.05.2010)




1033 meldeten sich psychisch krank

Krankenkassen konstatieren einen deutlichen Anstieg bei Krankmeldungen aufgrund psychischer Probleme. Dunkelziffer dürfte noch höher sein. Ein Hauptgrund: Wirtschaftskrise hat Leistungsdruck verschärft.

Die Wirtschaftskrise und die damit verbundene Angst um den Arbeitsplatz machen sich bemerkbar: In Kärnten steigt die Zahl der psychisch Kranken dramatisch an: Wie der designierte Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse (KGKK), Johann Lintner, der Kleinen Zeitung berichtet, haben sich heuer schon exakt 1033 Patienten mit psychischen Beschwerden krankgemeldet. Das ist rund ein Viertel mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dabei fällt besonders auf, dass Krankenstände aus psychischen Gründen viel länger dauern als andere. Lintner: "Psychisch Kranke sind im Schnitt 37 Tage arbeitsunfähig."
In der Krankenkasse hat man verschiedene Faktoren für diese Entwicklung ausfindig gemacht: Es gibt natürlich private Gründe, die meisten Ursachen finden sich aber am Arbeitsplatz. Lintner: "Die Wirtschaftskrise hat den Leistungsdruck am Arbeitsplatz erheblich verschärft, dazu gesellen sich die ständige Erreichbarkeit durch die neuen Kommunikationsmedien und die krisenbedingte Job-Angst."

2,4 Millionen Fehltage

Diese Entwicklung ist nicht kärntenspezifisch. Österreichweit ist schon jeder 16. Krankenstandstag auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen. Nach einer Statistik der Sozialversicherungsträger waren im Vorjahr die heimischen Dienstnehmer insgesamt 38,7 Millionen Tage im Krankenstand, 2,4 Millionen Fehltage wurden durch psychische Probleme wie Depressionen, Alkoholismus oder Burn-Out verursacht.

Hohe Dunkelziffer

Die Sozialversicherungsträger gehen von einer hohen Dunkelziffer aus und verweisen darauf, dass viele psychische Erkrankungen in der Statistik nicht aufscheinen. Nach einer Erhebung der Arbeiterkammer wird bereits ein Drittel der Frühpensionierungen wegen Berufsunfähigkeit aufgrund von psychischen Problemen genehmigt. Häufig hätten nämlich auch auf den ersten Blick körperliche Probleme wie Herzrhythmus-Störungen oder Bandscheibenvorfälle psychische Ursachen.
Wie im übrigen Österreich verzeichnet auch die Kärntner Gebietskrankenkasse einen Anstieg der psychischen Erkrankungen. Man versuche aber alles, um dem Trend entgegen zu steuern, erläutert Lintner: "Wir arbeiten da intensiv mit dem arbeitsmedizinischen Institut zusammen." Der Kontakt mit den Arbeitsmedizinern wird in der täglichen Praxis anonym über den Betriebsrat hergestellt.
Bei der Prävention setzt man auf Aufklärung und Beratung. Der designierte Direktor, der Anfang Juni den lang gedienten Alfred Wurzer ablöst: "Vor allem die Chefs werden darüber informiert, wie man Auffälligkeiten entdeckt und entsprechende Schlüsse daraus zieht."

ROBERT BENEDIKT (Kleine Zeitung, Kärnten, 17.05.2010)


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